Feine
Sandkörner: heller Grauton
grobe Körner: dunkler
Grauton.
Eine Sanduhr der beschriebenen
Art
finden Sie hier |
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| Schichtung
im Sand |
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4. Überraschungen
beim Sandtransport
Füllt man eine Sanduhr
mit einer Mischung aus Sandkörnern unterschiedlicher Größe,
so zeigt sich Erstaunliches: während der Sand durch den Spalt rinnt,
beginnt er sich zu entmischen, sowohl im oberen als auch im unteren Teil
der Sanduhr (siehe nebenstehendes Foto).
Schauen wir zunächst
nach unten: nachdem sich unter dem Spalt zu Beginn ein kleiner Kegel gebildet
hat, löst der herabrieselnde Sand ständig kleine Sandlawinen
aus, die den Hang hinunter gleiten. Dabei erfolgt eine Sortierung nach
der Korngröße: während sich die größten Sandkörner
vorzugsweise am Böschungsfuß sammeln, bilden sich auf dem Hang
Lagen aus gröberen und feineren Partikeln.
Die Entstehung dieser Streifenbildung
hängt mit zwei Mechanismen zusammen. Zum einen fallen die kleineren
Sandkörner bei der Bewegung in einer Lawine praktisch zwischen den
größeren Körnern durch und bleiben deshalb schon im oberen
Teil des Hanges liegen. Zum anderen spielt eine Rolle, dass größere
Partikel eine Böschung leichter hinunterrollen können als kleine
Partikel (zur besseren Vorstellung: weil kleinere Partikel leichter in
den Zwischenräumen der darunterliegenden Schicht hängenbleiben
als größere). Mit jeder Lawine "wachsen" gröbere Lagen
praktisch vom Böschungsfuß sukzessive den Hang hinauf bis zur
Kegelspitze. Dann wiederholt sich der Vorgang usw.
Im oberen Teil der Sanduhr
passiert Vergleichbares, sobald sich über dem Spalt ein Absenkungstrichter
gebildet hat. Auf dessen Flanken lösen sich fortwährend Sandlawinen
mit der dazugehörigen Kornsortierung. Da aber die oberste Schicht
ständig in Bewegung ist, werden Sortierungsmerkmale hier gleich wieder
zerstört. Zu erkennen ist die Entmischung jedoch daran, dass sich
direkt über dem Spalt ein senkrecht verlaufender Streifen aus grobkörnigem
Sand gebildet hat, bedingt durch die Anreicherung der größten
Körner an der Trichterbasis.
In der Natur finden entsprechende
Sortierungsvorgänge bei praktisch jedem Transport von Sedimentpartikeln
durch Wind und Wasser statt. Sandkörner und Kiesgerölle werden
nach Größe, Dichte oder Kornform sortiert, so dass Abfolgen
aus gröberen und feineren Lagen entstehen, die in der Geologie mit
dem Begriff ®
Schichtung
umschrieben werden. Auch die ®
Anreicherung
von Schwermineralen, die man nahe der Wasserlinie am Strand beobachten
kann, stellt ein solches Sortierungsphänomen dar.
Viele Produkte des täglichen
Lebens bestehen ebenfalls aus körnigen Stoffen (sprich: Granulaten)
oder werden aus solchen hergestellt. Das meist zitierte Beispiel dürfte
unser Frühstücksmüsli sein. Aber auch Keramik und Kosmetika,
Putz- und Arzneimittel gehören dazu. Insofern ist die Beschäftigung
mit den (meist unerwünschten) Entmischungsvorgängen mehr als
nur eine wissenschaftliche Spielerei.
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