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Unter
diesen extremen klimatischen Bedingungen entstanden Sand- und Kiesablagerungen
vor allem in zwei geologischen Situationen:
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Im
eisfreien Gletschervorland produzierte die intensive Frostverwitterung
ungeheure Mengen von Gesteinsschutt, der dann von den größeren
Flüssen stromabwärts transportiert und bei nachlassender Transportkraft
in Form von Kies- und Sandbänken um Flussbett wieder abgelagert wurde
(®
Flusssande). |
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Andere,
gletscher-nahe gebildete Sand- und Kiesvorkommen wurden durch Schmelzwässer
der Gletscher abgelagert, die gröbere und feinere Gesteinspartikel
aus dem Moränenschutt vor der Eisfront herausspülten und als
Schmelzwassersande
und -kiese im Vorland wieder absetzten. |
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eiszeitlichen Sedimenten lassen sich mancherorts geologische Strukturen
entdecken, die regelrechte Klimazeugen darstellen. Dazu gehören
Eiskeile,
die in vielen Sand- und Kiesgruben in Augenschein genommen werden (Foto
rechts). Eiskeile entstehen, wenn der Untergrund bis in große Tiefen
durchfriert (Permafrost). Von der Oberfläche ausgehend reißen
dabei Spalten im Boden auf (in etwa vergleichbar mit ®
Trockenrissen
in austrocknendem Schlamm). Während der Frostperiode sind die Spalten
mit Eis gefüllt, unter dessen Druck sie sich noch erweitern können.
Nach dem Abschmelzen des Eises füllen sich die Frostspalten mit Bodenmaterial
aus dem Randbereich oder durch jüngere Ablagerungen von oben her.
Foto
rechts: typischer Eiskeil
in
Schmelzwassersanden
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Auch
Tropfenböden
bilden sich in Permafrostgebieten vor dem Inlandeis. Im Sommer taut dort
manchmal die oberste Bodenschicht bis in geringe Tiefe auf. Diese Schicht
ist dann oft stark wassergesättigt, da der weiterhin gefrorene Untergrund
ein Versickern des Wassers verhindert. Ton- oder Lehmablagerungen, die
sandige Schichten überdecken, können unter diesen Bedingungen
wegen ihres höheren spezifischen Gewichtes langsam in den wassergesättigten
Sand einsinken. Dabei entstehen tropfenförmige Strukturen aus Ton
oder Lehm, die der Bodenverformung ihren Namen geben. Solche periglazialen
Bodenverformungen können auch Zeitmarken darstellen, anhand derer
sich eiszeitliche Geschehnisse gliedern lassen.
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Foto:
ein Tropfenboden in seiner idealen Ausprägung, gesehen in einer
niedersächsischen Sandgrube bei Hannover
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Foto:
Tropfenboden in der Senne südlich des Teutoburger Waldes (NRW). Vor
dem saale-zeitlichen Gletscher wurde zunächst Vorschüttsand (V)
abgelagert, der anschließend von vorrückenden Eismassen überfahren
wurde. Davon zeugt eine lehmige Grundmoräne (G), die sich nach dem
Rückzug des Gletschers zu einem Tropfenboden entwickelt hat. Überdeckt
wird dieser durch jüngeren Nachschüttsand (N). |
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In
Sand- und Kiesgruben, in denen eiszeitliche Sedimente gewonnen werden,
sind an den Abbauwänden manchmal auch Deformationserscheinungen aufgeschlossen,
die die Eisbewegung widerspiegeln. Sedimentpakete, die von vorrückenden
Gletschermassen gestaucht und überfahren werden, können in Falten
gelegt, in Schollen zerschuppt und gegeneinander verschoben oder schräggestellt
werden. Verschiebungsbahnen (Geologen sprechen dabei von ®
Störungen)
sind im Profilschnitt an der sprunghaften Versetzung der Schichten zu erkennen
(Foto unten). Dazu können Rutschungen auf schluffigen oder tonigen
Schichten kommen, oder auch Setzungserscheinungen, von denen Schichten
über abtauendem Toteis betroffen werden. Das Spektrum an Deformationsformen
ist so umfangreich, dass sich ein eigener Wissenschaftszweig, die Glaziotektonik,
damit befasst. |
Foto:
durch Eisstauchung
verursachte
Falte in
Schmelzwassersanden

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Foto:
Störungen (Abschiebungen)
in
Schmelzwassersanden
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