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Wenn
die Außentemperaturen langsam auf sommerliche Werte steigen, tauschen
viele Sportler den Parkett- oder Kunststoffboden der Sporthallen gegen
einen Untergrund aus Sand - Beach-Sportarten erfreuen sich inzwischen enormer
Beliebtheit. Vorreiter waren die Beachvolleyballer, denen es gelungen ist,
sportliche Leistungen perfekt mit dem Lebensgefühl von Sonne, Strand
und Urlaub zu verbinden. Nicht verwunderlich angesichts des Beach-Booms,
dass Sand als Bodenbelag in der Umkehr auch Einzug in Sporthallen gehalten
hat. |
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Abgesehen
vom "Strand-Feeling" sind es spezifische Sand-Eigenschaften, die sportlichen
Aktivitäten auf einem Sandboden seine besondere Attraktivität
verleihen. Physikalisch gesehen ist es vor allem die Art und Weise, in
der Bewegungsenergie des Sportlers bzw. seines Sportgerätes auf den
Sand übertragen wird. Sand dämpft nicht nur Stürze, sondern
reduziert auch die Belastung von Gelenken, Bändern und Sehnen bei
sprunghaften Bewegungen. Gleichzeitig stellt ein sandiger Boden bei den
typischen Beach-Sportarten (Volleyball, Handball etc.) auch höhere
Anforderungen an Kondition und Spieltechnik der Spieler. |
In
der Sprunggrube unverzichtbar: Sand
Quelle:
®
Mindener
Tageblatt
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Besonders
offenkundig wird die besondere Form der Energieverteilung bei den Sprungdisziplinen
der
Leichtathletik (Weitsprung, Dreisprung), wenn der Sand bei der
Landung in der Sprunggrube regelrecht zur Seite katapultiert wird. Was
für den menschlichen Körper zutrifft, gilt natürlich auch
für vierbeinige Sportler. Etwa beim
Springreiten, wenn Pferde
einen Parcour mit Hindernissen überwinden, die in der Spitze mehr
als zwei Meter hoch und über drei Meter breit sind, wobei Sand auf
dem Boden die Sprünge abfedert. Noch um einiges höher sind die
artistischen Motorradsprünge, die die Fahrer beim
Speedway Freestyle
vorführen. Auch hier sorgt Sand in Form aufgeschütteter Hügel
zusammen mit einer entsprechenden Federung des Motorrades für eine
weiche Landung. Selbst wenn Boxsportler im Training auf Sandsäcke
eindreschen, bewahrt das Verhalten des Sandes die Sportler vor ernsthaften
Verletzungen der Hände. Und auch der unvermittelte Stopp eines Golfballes,
der nach einem mißlungenen Schlag im Sandbunker landet, geht auf
das gleiche Sandverhalten zurück. Beim Beachsoccer sorgt die
Bremswirkung des Sandes für unerwartete Geschwindigkeits- und Richtungsänderungen
des Balles. Deutlich geringer ist der Bremseffekt auf dem Tennisplatz,
da die Sandschicht hier nur eine geringe Höhe besitzt und der ®
Tennissand
zudem durch Walzen stark verdichtet ist.
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Tennisspieler
nutzen auf dem Sandplatz noch eine weitere Sand-Eigenschaft. Kurze Sprints
zum Ball werden durch Rutschbewegungen auf dem Sand abgebremst, wobei gleitende
und rollende Kornpartikel unter den Schuhen für den Energieabbau sorgen.
Auch beim ®
Sandboarding
profitieren Sportler von der Beweglichkeit der Sandkörner, wenn sie
mit ihren speziell angepassten Brettern ®
Sandhalden
oder ®
Dünenflanken
hinabgleiten. Und wenn sich Speedway-Fahrer mit ihren Motorrädern
auf körnigem Untergrund spektakulär in die Kurven legen, stellen
die beweglichen Kornpartikel unter den Reifen die größte Herausforderung
dar. Sandfontänen landen bei diesem Hochgeschwindigkeits-Balanceakt
nicht selten in den Zuschauerrängen. Wenn Rallye-Strecken durch
Dünenlandschaften führen - wie bei der legendären Wüstenrallye
Paris-Dakar - helfen manchmal allerdings selbst die viele Pferdestärken
nicht weiter. Das Weiterkommen von Fahrzeugen, die mit durchdrehenden Rädern
im lockeren Sand stecken geblieben sind, garantiert dann nur eine andere
Technik: der Einsatz von Muskelkraft in Verbindung mit einem Spaten. |
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Tabelle
rechts:
Sportarten
mit Sand-Beteiligung
(ohne
Anspruch auf Vollständigkeit)
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In
der Liste sind die vielfältigen sportlichen Betätigungen, den
sich Urlauber am Strand mit oder ohne Ball widmen (von Indiaca bis Boccia),
sowie die sportlichen Freizeitaktivitäten in aufgelassenen
®
Sand-
und Kiesgruben noch nicht enthalten.
Infos
(Spielregeln etc.) zu den aufgeführten Sportdisziplinen lassen sich
am einfachsten über das Sportarten-Verzeichnis unter ®
Wikipedia
finden. Einiges zur Historie verschiedener Beach-Sportarten finden Sie
unter ®
www.die-seite.at.
Neue Beach-Sport-Trends gibt's unter ®
www.sueddeutsche.de.
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Wenn
sich ein Platz in der Innenstadt für ein Wochenende in eine Beach-Arena
verwandeln soll, stellt sich für die Organisatoren auch das Thema
Sandbeschaffung. Sofern nicht gerade die Leistungselite zum sportlichen
Vergleich antritt oder ein besonderes öffentliches Interesse besteht,
setzen die Sportveranstalter meist auf die praktikabelste und kostenkünstigste
Lösung: den Sand aus der nächstgelegenen Sand- oder Kiesgrube.
Bei kurzzeitigen Events, bei denen der sportliche Spaß im Vordergrund
steht, spielt die Sandbeschaffenheit in der Praxis eine eher untergeordnete
Rolle.
Liegt
der Veranstaltungsort in der Nähe eines Flusstales, wird die sportliche
Auseinandersetzung zumeist auf Sand ausgetragen, der eigentlich für
die Betonindustrie aufbereitet wurde. Diese handelsüblichen ®
Flusssande
sind mit ihrem Kornspektrum von 0-2 mm vergleichsweise grobkörnig.
Befindet sich in der Nachbarschaft hingegen eine Abgrabung, in der eiszeitliche
®
Schmelzwassersande
gewonnen werden, können Beachsportler mit einem deutlich weicheren
Gefühl unter den Fußsohlen rechnen. Solche Sande sind durchweg
im Körnungsbereich 0-1mm zu erhalten. |
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Foto
rechts:
auch
im Winter ein Mekka für Beach-Sportler:
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Soll
eine Beachanlage jedoch über längere Zeit genutzt werden (Sporthallen)
und sind ausreichende finanzielle Mittel für Sandbeschaffung und -transport
vorhanden, fällt die Wahl vorzugsweise auf Produkte der Quarzsand-Industrie.
Nicht zuletzt wegen der Optik: schon wegen ihrer hellen Farbe vermitteln
reine Quarzsande durchaus ein gewisses Karibik-Flair. Ein weiterer gewichtiger
Vorteil: Quarzsande sind in definierten Kornabstufungen lieferbar, wobei
die feinsten, zur Staubentwicklung führenden Partikel bereits abgesiebt
sind. Um Verstaubungen zu verhindern, die bei dauerhafter Benutzung durch
gegenseitigen Abrieb der Sandkörner zustande kommen, kann der Sand
für Indoor-Anlagen nach Angaben eines Quarzsandproduzenten auch mit
einem eigens dafür entwickelten Öl versetzt werden. Weitere Infos
über geeignete Sandqualitäten sind in einer kleinen ®
Zusammenstellung
des deutschen Volleyball-Verbandes entnehmen.
Pferde
sind übrigens nicht weniger anspruchsvoll. Ein optimaler Sand für
die Verwendung im Reitsport soll gewährleisten, dass die Tretschicht
standfest und dennoch elastisch bleibt, eine hinreichende Wasserdurchlässigkeit
besitzt, gleichzeitig aber auch ein extremes Austrocknen verhindert. Zudem
sollten die Sandkörner möglichst gut gerundet sein, um die Pferdehufe
und die Fesselgelenke nicht zu gefährden.
Und
noch eine letzte Anmerkung zum Thema Sand und Sport: wußten Sie eigentlich,
dass auch Kunstrasen mit Sand hergestellt wird ?
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