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Sanduhr
Zwei
bauchartige Glaskörper, die durch eine enge Öffnung miteinander
verbunden sind, und ein körniges Medium, das nach dem Umdrehen langsam
durch den Spalt rieselt, - mit der Erfindung dieser einfachen Konstruktion
gab es erstmalig in der Geschichte ein einfaches, für jedermann verfügbares
Instrument zur Zeitmessung.
Wann
die ersten Sanduhren entstanden, lässt sich nicht genau sagen. Sicher
ist, dass sie bereits im 15. Jahrhundert allgemein in Gebrauch waren. Ihr
damaliges Erfolgsrezept: von jedermann leicht zu handhaben und relativ
einfach in der Herstellung, ohne dass grosse mathematische Berechnungen
oder astronomische Kenntnisse erforderlich waren.
Die
Genauigkeit einer Sanduhr hängt davon ab, ob pro Zeiteinheit immer
die gleiche Menge Sand vom oberen Konus in den unteren läuft (siehe
auch ®
Sandphysik Teil 1). Das
Geheimnis einer gut funktionierenden Sanduhr liegt daher u.a. in der Auswahl
des richtigen Sandes. Idealerweise sollten die verwendeten Sandkörner
möglichst gleichkörnig und gut gerundet sein. Auch sollte der
Sand so beschaffen sein, dass sich die Körner nicht gegenseitig abreiben
oder das Glas entlang der Spaltöffnung nach und nach ausgeschliffen
wird. Beides hätte eine Veränderung der Durchlaufzeit zur Folge.
Sandaufbereitung
wurde daher schon im Mittelalter gross geschrieben. Teilweise wurden als
Füllung allerdings auch andere Medien benutzt, insbesondere klein
gemahlene Eierschalen (von daher stammt auch der Name "Eieruhr").
Auch
die Gestaltung der Glaskörper-Form und des Durchlasses gehörten
zum elementaren Know How der mittelalterlichen Sanduhrmacher. Nicht zu
vergessen: der Drehkörper musste absolut dicht sein, damit keinerlei
Feuchtigkeit ins Innere gelangen konnte. Diese hätte schnell eine
Verstopfung durch zusammenklebende Sandkörner zur Folge. |