"sandbild",
Natursand
Margret
Constantini 2001 |
| Bodenprofil
mit Ausfällungen von Eisenoxiden im Sand |
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Sandbild
verwandter
Begriff: Sandmandala
Bereits
im Kindergarten ist es eine außerordentlich beliebte Übung:
das Malen von Sandbildern. Die dazu notwendigen Hilfsmittel sind
denkbar einfach: ein Stück feste Pappe, ein wenig farbiger Sand und
eine Tube Alleskleber genügt. Der Kleber wird in fantasievollen Linien
auf die Pappe aufgetragen, der Sand darüber gestreut und fertig sind
die ersten Sandgemälde, die sich nach dem Trocknen des Klebers auch
problemlos transportieren lassen.
Welche
unglaubliche Faszination von Sandbildern wirklich ausgehen können,
das zeigen die Mandalas der tibetischen Mönche. Wer sie einmal
im Fernsehen gesehen hat, Mönche, die in gekrümmter Haltung Stunden
und Tage mit nicht nachlassender Konzentration unglaublich schöne
Bilder aus farbigem Sand entstehen lassen, wird tief beeindruckt sein.
Um so unbegreiflicher erscheint uns Europäern auf den ersten Blick
dann allerdings die Tatsache, dass diese Kunstwerke nach ihrer Fertigstellung
zusammengekehrt und in einen Fluss geworfen werden. Dazu muß man
verstehen, dass das Erstellen und die anschließende Zerstörung
eines Sandmandalas eng mit tiefen religiösen Überzeugungen des
tibetischen Buddhismus verbunden ist.
Auch
die traditionellen Sandbilder, die bei Heilungszeremonien der Navajo-Indianer
angefertigt werden, werden nach ihrer Herstellung wieder vernichtet. Bei
einer Zeremonie mit Gebeten, Pflanzenmedizinen und rituellen Gesängen
fertigt der Medizinmann mit farbiges Sandbild auf dem Boden an, auf dem
Berge, Blitze, heilige Pflanzen und heilige Wesen dargestellt sind. Sobald
das Bild vollendet ist, setzt sich der Kranke darauf und nimmt so direkten
Kontakt mit den heiligen Wesen auf. Diese schenken ihm die Kraft zur Heilung.
Vor Sonnenuntergang wird das Sandbild mit einer heiligen Feder zerstört
und der Patient ist geheilt.
Die
Bezeichnung Sandbild wird heute auch noch für etwa ganz Anderes verwendet:
für natürliche Bodenprofile aus Sand- und Kiesgruben,
die in ihrer Struktur und Farbenvielfalt oftmals an abstrakte Gemälde
erinnern. Um 1930 entwickelten Wissenschaftler die Methode, Schichten aus
Kies und Sand, die dauerhaft erhalten werden sollen, mit einem geeigneten
Lack zu imprägnieren. Aufgeklebt auf eine stabile Holzplatte kann
ein solches „Scheibchen Sandgrube“, das auch unter anderen Bezeichnungen
(Lackfilm, Lackabzug, Sandgrafik, Sandmarmor etc.) angeboten wird, auch
dekorativ zur Raumgestaltung eingesetzt werden.
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